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Chris Johns: „The Saint“, der ruhige Waliser im Sturm der PDC-Rebellion

Chris Johns war keiner, der eine Halle mit Sprüchen angezündet hat. Kein wildes Gehampel, kein lautes Brusttrommeln, kein Typ, der sich selbst größer machen musste als das Board vor ihm. Er war ruhig. Fast schon unheimlich ruhig. Und genau deshalb nannten sie ihn „The Saint“.

🙏 THE SAINT 🏆 BDO GOLD CUP SIEGER 1989 🎯 WDC/PDC-GRÜNDER-SPIELER
Chris Johns „The Saint“ als symbolische walisische Darts-Legende am Oche
The Saint

The Saint: Der ruhige Mann am Oche

In einer Darts-Welt, in der viele Spieler über Lautstärke, Mimik und kleine Psychospielchen kamen, war Chris Johns das Gegenteil. Der Mann wirkte nicht so, als müsste er irgendwem etwas beweisen. Er stand da, warf seine Darts und blieb dabei so ruhig, dass man fast nervös werden konnte.

Gerade das machte ihn interessant. Chris Johns war nicht der große Showman, nicht der Typ für die dicke Pose nach jeder 180. Er war eher einer von denen, die du erst unterschätzt hast – und dann gemerkt hast, dass sie dir Leg für Leg aus der Hand nehmen.

Spitzname

Die Story hinter „The Saint“

Sein Spitzname „The Saint“ entstand aus seinem außergewöhnlich ruhigen und besonnenen Auftreten am Oche. Während viele Spieler Emotionen zeigten – sei es Freude, Frust oder Druck – blieb Chris Johns fast immer vollkommen gelassen.

Diese stoische Ruhe, kombiniert mit seiner fairen und bescheidenen Art, führte dazu, dass ihn die Szene schon früh „The Saint“ nannte.

Der Name passte perfekt zu ihm. Er war nicht der lauteste oder schrillste Spieler, aber genau diese innere Ruhe machte ihn zu einer der sympathischsten und respektiertesten Figuren der walisischen Darts-Geschichte.

BDO Gold Cup

Der Gold Cup 1989: Als Chris Johns richtig zuschlug

Wer Chris Johns nur als ruhigen, netten Waliser sieht, macht es sich zu einfach. 1989 gewann er den BDO Gold Cup. Und das war kein kleiner Spaziergang durch irgendein Hinterzimmer-Turnier.

Auf dem Weg zum Titel räumte er Namen aus dem Weg, die in dieser Zeit richtig Gewicht hatten. Eric Bristow im Viertelfinale. Jamie Harvey im Halbfinale. Robbie Widdows im Finale. Das ist genau der Teil, den man bei Chris Johns nicht vergessen darf: Der Mann war ruhig, ja. Aber ruhig heißt im Darts nicht harmlos.

„The Saint“ konnte freundlich wirken. Am Board war er trotzdem keiner, den du freiwillig unterschätzen wolltest.
WDC / PDC Rebellion

Der Heilige im Sturm der Rebellion

Als Anfang der 90er der Bruch mit der BDO kam, war Chris Johns einer der 16 Spieler, die mitgingen. Das klingt heute fast wie ein sauberer Satz aus einem Geschichtsbuch. War es aber nicht. Für diese Spieler ging es nicht um ein bisschen Papierkram. Es ging um Sperren, Zukunft, TV-Zeit, Geld, Ruf und im schlimmsten Fall um die komplette Karriere.

Chris Johns war keiner der Lautsprecher dieser Rebellion. Er war nicht Bristow. Er war nicht Taylor. Er war nicht der Mann, der vorne auf den Tisch haut. Aber er war dabei. Und allein das zeigt, dass auch in diesem ruhigen Spieler mehr Mut steckte, als viele heute vielleicht denken.

Genau deshalb ist seine Geschichte spannend. Nicht, weil sie glatt ist. Sondern weil sie zeigt, wie hart dieser Bruch für einzelne Spieler wirklich war.

Druck & Realität

Der Rückweg zur BDO

Chris Johns ging 1993 mit den Rebellen. Aber er blieb nicht dauerhaft auf diesem Weg. Noch im selben Jahr kehrte er zur BDO zurück. Und genau hier wird seine Geschichte menschlich.

Man kann sich heute leicht hinstellen und sagen: „Der hätte durchziehen müssen.“ Klar. Vom Sofa aus ist Mut immer billig. Damals sah die Sache anders aus. Die neue WDC hatte noch keine sichere Zukunft, TV-Turniere waren nicht in dem Maß da, wie viele Spieler gehofft hatten, und die BDO machte massiv Druck.

Johns zog die Reißleine. Nicht als großer Verräter-Blockbuster, sondern als Spieler, der merkte, dass diese Rebellion für ihn vielleicht nicht den Weg brachte, den er erwartet hatte. Das macht seine Geschichte nicht kleiner. Es macht sie echter.

Harte Fakten

Harte Fakten: Chris Johns

Spitzname The Saint
Geboren 10. August 1958
Herkunft Aberdare, Wales
Wurfhand Rechtshänder

World Masters Halbfinale 1986

1986 spielte sich Chris Johns bis ins Halbfinale des World Masters. Auf dem Weg dorthin schlug er sogar Eric Bristow, bevor später gegen Bob Anderson Schluss war.

BDO Gold Cup Sieger 1989

1989 gewann er den BDO Gold Cup. Bristow, Harvey, Widdows – das war kein Titel, den man einfach geschenkt bekam. Das war ein echter Beweis, dass Johns sportlich mehr war als nur ein ruhiger Name aus Wales.

Fünfmal bei der BDO-Weltmeisterschaft

Chris Johns spielte fünfmal bei der World Championship mit: 1988, 1989, 1991, 1992 und 1993. Er war also nicht nur kurz im Bild. Er gehörte über mehrere Jahre zur ernstzunehmenden BDO-Szene.

Einer der WDC/PDC-Gründer-Spieler

1993 gehörte Johns zu den 16 Spielern, die den Bruch mit der BDO wagten und zur WDC gingen, aus der später die PDC wurde. Dass er später zurückging, macht die Geschichte nicht weniger wichtig. Im Gegenteil: Sie zeigt, wie brutal diese Zeit für die Spieler wirklich war.

Darts & Setup

Das Setup-Gefühl: Kontrolle statt Krawall

Zu Chris Johns gibt es nicht diese eine sauber dokumentierte, überall verfügbare Signature-Dart-Geschichte wie bei manchen größeren Namen. Deshalb machen wir hier auch keinen Märchenfilm draus.

Was aber zu seinem Spiel und seinem Image passt: kein Material-Krawall. Keine Darts, die mehr Show machen als der Spieler selbst. Bei einem ruhigen Werfer wie Johns denkt man eher an klassische Steeldarts, gerades Barrel, feinen Ringgrip und einen Schwerpunkt, der cool in der Hand liegt.

Das heißt nicht: „Chris Johns hat exakt dieses Set gespielt.“ Das wäre geraten. Aber wenn du so einen ruhigen, unaufgeregten Stil magst, bist du mit schlichten Steeldarts meist näher dran als mit irgendeinem aggressiven Grip-Monster, das dir bei jedem Loslassen an den Fingern klebt.

Chris-Johns-Setup ansehen

Ein offizielles, gut verfügbares Chris-Johns-Signature-Set ist aktuell schwer sauber zu finden. Wenn du dich an seinem ruhigen Stil orientieren willst, such eher nach klassischen Steeldarts mit feinem Ringgrip, geradem Barrel und sauberem Schwerpunkt. Kein aggressiver Grip-Klotz, kein Show-Dart – eher schlichtes Werkzeug für deinen Wurf.

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Fazit

Pattys Fazit: Der vergessene Heilige

Chris Johns ist keine einfache Heldengeschichte. Und genau das macht ihn interessant. Er war kein Weltmeister, kein lauter Showman und kein Spieler, über den heute an jeder Ecke gesprochen wird. Aber er war einer der Männer, die in einer extrem schwierigen Zeit mittendrin standen.

Er gewann den Gold Cup, stand im World-Masters-Halbfinale, ging mit den Rebellen und zog später wieder zurück. Da steckt mehr echtes Leben drin als in vielen glattgebügelten Siegergeschichten.

Für mich ist Chris Johns deshalb nicht einfach „der, der zurückging“. Er ist ein Beispiel dafür, dass Darts damals nicht nur aus großen Titeln bestand. Es ging um Druck, Risiko, Entscheidungen und Menschen, die nicht immer wie Comic-Helden funktionieren.

„The Saint“ war nicht der lauteste Name der Rebellion. Aber manchmal erzählen gerade die leisen Figuren die ehrlichste Geschichte.

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Quellen zu Chris Johns

Wenn du tiefer in Chris Johns’ Turnierhistorie und seine Rolle in der Darts-Spaltung einsteigen willst, findest du hier passende Quellen.

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